Geschichte des VCP Hörstel

Stamm Cherusker von den Anfängen bis heute 2016

Als vor mehr als 30 Jahren der VCP-Hörstel, damals noch ohne den Namen „Stamm Cherusker“, gegründet wurde, unterschied er sich in vielen Bereichen von der heutigen Gruppierung, die diesen Namen führt. Da 1980 in der evangelischen Kirchengemeinde Hörstel keine Jugendarbeit außerhalb des Konfirmandenunterrichtes existierte, wollte der damalige Pastor einen CVJM gründen. Doch mit Hilfe des damaligen Geschäftsführer des Diakonischn Werkes Tecklenburg Gustav Becker, der seine Jugend in der Christlichen Pfadfinderschaft verbrachte und Mitglied des damals gerade gegründeten VCP ist, gelang es Jugendliche für die Pfadfinder zu begeistern. Ende der 70er entstanden im Altkreis Tecklenburg einige VCP Stämme, die sich zur AG-Nord zusammenschlossen. Letztlich setzten sich die Pfadfinder und das Presbyterium gegen den Pastor durch und es wurde dann am 17. November 1980 offiziell der VCP-Hörstel unter der Führung von Michaela Haien gegründet. Erste Gruppenstunden wurden aber schon eher abgehalten und ein Grundkurs besucht. Die ersten Kinder im VCP kamen von den Konfirmanden der Gemeinde.

Die ersten Jahre waren geprägt von der Gruppenarbeit im Stamm. Später einigten sich die Mitarbeiter auf den Stammesnamen „Weiße Rose“. Der Stamm bestand damals aus 2 Sippen und einer kleinen Mitarbeiterrunde. Die Gruppenstunden fanden im Obergeschoß des alten Gemeinde Hauses einmal in der Woche statt. Hauptsächlich wurden Gruppenspiele gespielt und gebastelt.

Aus beruflichen und Schulischen Gründen verließen die Mitarbeiter Mitte der 80er den VCP-Hörstel und es gestaltete sich ein Umbruch innerhalb des Stammes. Christian Möller übernahm die Führung im Stamm und aus Sipplingen wurden Sippenleitern. Der Stamm bestand zu diesem Zeitpunkt aus ganzen 5 Mitgliedern. In den folgenden Jahren wurde an Leiterschulungen innerhalb der AG-Nord und dem Land Westfalen teilgenommen. Die Arbeit innerhalb der AG-Nord wurde intensiviert und jedes Jahr wurde am Pfingstlager teilgenommen. Innerhalb der Kirchengemeinde wurden die Gemeindefeste organisiert und zu Weihnachten ein Gottesdienst geplant.

Ende der 80èr verlies Christian zum Studium mehr oder weniger den Stamm und Hardy Rinke wurde zum Sprecher gewählt.  Anfang der 90èr stellte sich der neu gewählte Jugendpresbyter Martin Scharein der Mitarbeiterrunde vor. Dieses war ein Glücksfall für den VCP-Hörstel, Martin brachte viel Erfahrung mit der Pfadfinderarbeit mit, denn er war bei der DPSG-Hörstel selber einmal Sprecher und Mitarbeiter gewesen. Martin wurde sofort im VCP Integriert und viele Aktivitäten wurden durchgeführt und der Stamm bestand alsbald aus 3 Sippen und einer großen Mitarbeiterrund. Fahrten und Lager, so wie Wanderungen waren in dieser Zeit häufig.  Der VCP war in der Gemeinde voll integriert und wurde auch dementsprechend unterstützt. Zeitweise bestand der Stamm aus 5 Sippen und einer großen Mitarbeiterrunde. In der Mitarbeiterrunde wurden die Fahrten, Lager und sonstige Aktivitäten geplant. Mitte der 90er unternahm der Stamm ein Sommerlager in England im Gilwell Park und mit der Hilfe von Neil Pratt wurden dort die ersten Kontakte zu unser Englischen Partnergruppe geknüpft. Nach dem Lager wurden einige Englisch Strukturen der Pfadfinderarbeit eingeführt ohne die VCP Strukturen zu vernachlässigen. Wie zum Beispiel wurde das Stadt Wappen am rechten Ärmel der Kluft getragen und die Leiter bekamen eigene Halstücher.

In der Folgezeit wurde ein neuer Stammesname gesucht. Zur Auswahl standen“ Stamm Phönix“  in Anlehnung einer damaligen Situation (aus der Asche auferstanden) als der Stamm nur noch aus 5 Mitarbeitern/Pfadfindern bestand oder „Stamm Cherusker“ in Anlehnung auf den Germanischen Stamm der zwischen Ems und Weser lebte. Von nun an heißt der VCP-Hörstel „Stamm Cherusker“ und Einflüsse der „Bündischen Jugend“ hielten Einzug im VCP. Das Musische wurde gestärkt und in den Sippen verbreitet. Die Kluft war schon immer ein wichtiges Aushängeschild für den VCP-Hörstel. Bei den Lagern und Fahrten werden Ausschließlich Schwarzzelte verwendet, diese können auf Wanderungen getragen werden und auf Lagern können größere Konstruktionen aufgebaut werden.  Als größter Vorteil ist jedoch, dass man in diesen Zelten ein Feuer entzünden kann und in gemütlicher Runde die Gemeinschaft pflegt. Traditionell werden im Stamm Cherusker  viele Sippenfahrten und Stammeslager durchgeführt, vom wandern über Kanutouren bis hin zu Auslandsfahrten ist alles dabei,  was  ein  Pfadfinder   Herz  höher   schlagen  lässt. Die  Gemeinschaft  der

einzelnen Sippen und der Mitarbeiterrunde, welche sich wöchentlich am Gemeindehaus trifft wird bei uns großgeschrieben und ist ein wichtiger

Bestandteil der Pfadfinderarbeit in Kleingruppen. Als Mitarbeiter lernt man Verantwortung zu übernehmen und Aktionen zu planen und durchzuführen. Die Pfadfindertechnik hat bei uns natürlich einen hohen Stellenwert. Knotenkunde, Orientierung und Feuer machen sind auf unseren Fahrten und für das Leben in der Natur unerlässlich. Das Abenteuer fängt bei uns schon vor unserer Tür an.

Zurzeit besteht der Stamm aus 4 Sippe, einer Mitarbeiterrunde und einiger „Alten Säcke“, welche nicht von den Pfadfinder los kommen und sich gerne mit einbringen. Der Stamm ist auch heute noch sehr aktiv es werden viele Fahrten und Lager angeboten. Häufig geht es auch in Kleingruppen in den Wäldern Skandinaviens zum wandern.

Hardy Rinke

(2010)

 

Nachtrag:

In den letzten Jahren wurden viele Fahrten in den Nordwesten Europas unternommen. Irland, England, Schottland und die Niederlande gehörten zu unseren Zielen der Sommerlager, aber auch viele Ziel innerhalb der Bundesrepublik, wie Monschau, Ratzeburg oder Lohmen.

Es wurden viele neue Verbindungen zu Pfadfindern zum Beispiel nach Litauen und Irland geknüpft und die Beziehung zu unserem englischen Partnerstamm durch ein gemeinsames Lager in Schottland gepflegt. Durch die Partnerschaft der Stadt Hörstel und der litauischen Stadt Molėtai besuchten uns 2015 litauische Pfadfinder bei unserem 35. Jubiläum. In diesem Jahr besuchten wir für eine Woche ein Sommerlager der litauischen Pfadfinder und es wurden schon Pläne für weitere Besuche und vielleicht auch gemeinsame Lager geschmiedet.

Mittlerweile wurden 2 neue Sippen gegründet und es konnten viele neue Mitarbeiter dazugewonnen werden. Im letzten Jahr fand somit ein Stammeslager mit fast 50 Teilnehmern statt und seit diesem Jahr ist der VCP Hörstel auf über 70 Mitglieder gewachsen.

Was uns in den letzten Jahren immer wieder Probleme bereitet hat, ist der Mangel an Mitarbeitern für die Sommerlager und Sippenstunden, da viele Mitarbeiter nicht mehr in der Nähe wohnen oder durch Schule, Studium und Beruf sehr eingespannt sind.

Sippenlager, das AG-Nord Pfingstlager sowie Stammesfahrten und Aktionen wie der Bautag, die Osterwanderung oder das Mittsommerfest gehören nach wie vor zum festen Bestandteil des Stammes. Häufig sind wir auch Festlichkeiten der anderen Stämme in der AG-Nord anzutreffen.

Nico Sasse

(2016)