Pfadfinden – Mehr als nur Abenteuer !

Pfadfinden – Mehr als nur Abenteuer !

                                      Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder                  

 

Wir sind der VCP-Hörstel Stamm „ Cherusker“

 

„Das sind doch die, die mit Gitarren durch den Wald wandern und jeden Tag eine gute Tat tun!“

Pfadfinderei ist aber noch viel mehr! Zum einen ist es natürlich die Größte Jugendbewegung der Welt, mit über 38 Millionen Mitgliedern. Doch die Pfadfinderei in Deutschland bildet eine Ausnahme und ist weltweit etwas besonderes. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern gibt es in Deutschland keinen Einheitlichen Pfadfinderverband, sondern viele Bünde sowie drei Größere Verbände die im Weltverband anerkannt sind und zu denen auch der VCP gehört.

Wir sind ganz bestimmt etwas ungewöhnlich, sonst würden den Leuten nicht so viele Klischees einfallen. Um die Pfadfinderei wirklich zu verstehen ist es notwendig einen kleinen Ausflug in deren Geschichte und Entstehung zu unternehmen, denn uns gibt es schon seit über 100 Jahren!

Die Geschichte der Pfadfinder ist unzertrennlich mit einem Mann verbunden: Lord Robert Baden-Powel of Gillwell. (bei den Pfadfindern BiPi genannt) einem englischen General der sich vom Militär entfernte und zum Pazifisten wurde. Im Jahr 1907 veranstaltete er das erste Jugendlager auf Brownsea-Island. Hier begann seine Idee vom „Scouting“ (dt. Pfadfinderei). Es war eine revolutionäre Pädagogik, die zum größten Teil darauf Basierte Jugendliche die Chance zu geben sich selbst zu erfahren und wichtige Erfahrungen zu sammeln um später seinen Platz in der Gesellschaft zu finden. Die Hauptbestandteile dieser Pfadfinder-Methodik waren „learning-by-doing“ (lernen in dem man selber ausprobiert), und natürlich Abenteuer- und Erlebnispädagogik. Baden-Powell wollte tüchtige und gute Staatsbürger hervorbringen. Der Pfadfinder sollte ehrenvoll, fleißig, freundlich und hilfsbereit sein. Die Strukturen die sich später herauskristallisierten waren Militärischen Strukturen sehr ähnlich, doch verstand BiPi die Pfadfinderei stets als „Friedensbewegung“.

Diese Idee ging schnell um die Welt. Bereits 1909 gab es die erste Pfadfindergruppe außerhalb Englands. 1920 dann gibt es das erste World Jamboree (Weltpfadfindertreffen) in London mit 8.000 Pfadfindern aus 27 Nationen.

Wir sind Pfadfinder – nicht trotz moderner Zeiten, sondern gerade deswegen. Was wir tun, macht uns Spaß. Dabei müssen wir nicht jeden Modegag mitmachen, nicht jedem Trend nachlaufen! Stattdessen haben wir uns für die Gemeinschaft entschlossen. Gemeinsam wollen wir Erfahrungen sammeln. Auf  Fahrt und Lager erkennen wir die kleinen Schönheiten, die wir im Alltag oft nicht mehr wahrnehmen. Und plötzlich wird Materielles unwichtig, mit dem Strom zu schwimmen wird langweilig, Hass und Neid machtlos. Wir gestalten unser eigenes Leben, übernehmen Verantwortung, zeigen Engagement, wollen etwas bewegen.

Wir sind der evangelische Pfadfinder Verband und vermitteln Werte, die zu sozialem Verhalten befähigen. Kinder erfahren Akzeptanz jenseits von Leistungsdruck und lernen so Selbstbewusstsein und Mut zur Individualität. Die kleine Gruppe gibt dabei Sicherheit und Rückhalt, erfordert aber auch Rücksicht und Toleranz.

Und wir haben Spaß am Abenteuer mit der Gruppe, bei Fahrten und Lagern, bei Begegnungen im In- und Ausland. Wir erkunden unsere Umwelt und wirken aktiv in ihr mit.

 

Wir Pfadfinder lernen schon früh in einer Gemeinschaft zu leben und Aufgaben und Verantwortungen zu übernehmen. Die „Pfadfinderische Methodik“ bildet sich bei uns aus den Stufen:

  • Kinder von 7 – 10 Jahren sind in der Wölflingsstufe (Wölflinge)
    In dieser Stufe wird hauptsächlich gespielt. Durch Spielen sollen die Kinder erste wichtige Erfahrungen sammeln.
  • Kinder von 10 – 15 Jahren sind in der Pfadfinderstufe.
    In dieser Stufe steht das Erlebnis auf Fahrt im Vordergrund. Auf Wanderfahrten sollen sich die einzelnen in einer Gemeinschaft arrangieren.
  • Ab 15 Jahren ist man in der Ranger/Rover-Stufe.
    Ranger/Rover sollen sich größtenteils selbst organisieren und außerhalb ihrer Gruppe in der Gemeinschaft einbringen. Zum Beispiel indem sie selber Gruppen leiten.